Vita

Friederike Harmsen beendete ihre Gesangsausbildung an der Universität der Künste Berlin bei Inge Uibel als Sopran. In der Arbeit mit David Jones, Janet Williams und Eva Lindqvist verfeinerte sie ihre stimmliche Ausdrucksfähigkeit. Ihr Wechsel zum Mezzosopran erweiterte ihr breit gefächertes Repertoire, das sowohl in der Oper als auch im Konzertfach Sopran-, Mezzosopran- und Altpartien umfasst. Ihr Schwerpunkt liegt inzwischen aber im tieferen Repertoire. Sie arbeitet gegenwärtig mit Renate Faltin. Ihre musikalische und darstellerische Vielseitigkeit drückt sich in einem Repertoire aus, das ein breites Spektrum vom Barock bis hin zu Musical, Pop, Elektro-Oper und Schauspiel umfasst.

Aktuell singt sie am Staatstheater Braunschweig, wo sie bereits in Schostakowitschs Moskau Tscherjomuschki als Wawa und in Mieczyslaw Weinbergs Passagierin als Hannah zu erleben war und in Kurt Schwertsiks Kinderoper Die Reise der Eisprinzessin nach Sizilien die Rolle der Eisprinzessin übernahm, nun in dieser Spielzeit in Fake Voices, einer Uraufführung, die auch in der kommenden Spielzeit 2021/22 gespielt wird.

Weiterhin ist sie am Schauspielhaus Zürich in Faust I&II zu erleben.

Sie wirkte erfolgreich an zahlreichen Uraufführungen mit, u. a. an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, der Neuköllner Oper, beim Berliner Opernpreis, der Zeitgenössischen Oper Berlin, im Schauspielhaus Wien sowie beim Steirischen Herbst. Zahlreiche Projekte entstanden in Zusammenarbeit mit Christof Schlingensief, darunter dessen Fluxus-Oratorium Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir, das 2008 bei der Ruhrtriennale und 2009 beim Berliner Theatertreffen zu sehen war, die Readymade-Oper Mea Culpa, die sie an das Wiener Burgtheater, die Bayerische Staatsoper, das Hamburger Schauspielhaus und zum Holland Festival an die Nederlandse Oper Amsterdam führte, sowie Schlingensiefs letzte Musiktheaterproduktion Via Intolleranza II, die 2011 zum Berliner Theatertreffen, dem Holland Festival Amsterdam, dem Helsinki Festival und dem Festival Politik im freien Theater am Staatsschauspiel Dresden eingeladen wurde. Bei den Salzburger Festspielen debütierte Friederike Harmsen 2011 mit Goethes Faust 1&2 – eine Produktion, die auch am Thalia Theater Hamburg und beim Theatertreffen 2012 gezeigt wurde.

Im Frühjahr 2017 brachte sie im National Theatre Addis Abeba u.a. die für sie komponierte Hymne. The Silent Hearts von Girma Yifrashewa mit ihm zusammen zur Uraufführung.

In der Werkstatt der Staatsoper im Schillertheater übernahm die Mezzosopranistin die Titelrolle in Cuis Gestiefeltem Kater sowie Wawa in Moskau Tscherjomuschki und war in Cages Songbooks, Stockhausens Originale, Strasnoys Geschichte, Spolianskys Es liegt in der Luft und Sanis Falcone zu erleben.

Ausserdem stand sie in der Saison 2019/20 in Germania an der Volksbühne Berlin auf der Bühne und brachte mit dem Ensemble Quillo die ihr gewidmete Kammeroper Journey to the South von Maria Vatenina zur Uraufführung.

Im Frühjahr 2020 hatte sie mit Mark Scheibes Deutschlandsinfonie ihr Debüt in der Elbphilharmonie Hamburg.

Regelmäßig singt sie bei den Berliner Residenz Konzerten im Schloss Charlottenburg barocke Alt- Arien.

Neben ihren Auftritten bietet Friederike Harmsen nach zeitlicher Verfügbarkeit Stimmcoaching an.

Friederike Harmsen Mezzosopran / Alt
Foto Michael Bogar