Vita

Die aus Hamburg stammende Sängerin beendete ihre Gesangsausbildung an der
Universität der Künste Berlin bei Inge Uibel als Sopran. In der Arbeit mit David Jones,
Janet Williams und Eva Lindqvist verfeinerte sie ihre stimmliche Ausfrucksfähigkeit.
Ihr Wechsel zum Mezzosopran erweiterte ihr breit gefächertes Repertoire, das sowohl in
der Oper als auch im Konzertfach Sopran-, Mezzosopran- und Altpartien umfasst.
Ihr Schwerpunkt liegt inzwischen im tieferen Repertoire. Sie arbeitet mit Renate Faltin.

Am Staatstheater Braunschweig, wo sie in Schostakowitschs Moskau Tscherjomuschki als
Wawa und in Mieczyslaw Weinbergs Passagierin als Hannah zu erleben war, übernahm
sie in Kurt Schwertsiks Kinderoper Die Reise der Eisprinzessin nach Sizilien die Rolle der
Eisprinzessin.

Seit der Spielzeit 2019/20 ist sie am Schauspielhaus Zürich in Faust I&II und in Germania
an der Volksbühne Berlin zu erleben.
Mit dem Ensemble Quillo sang sie im vergangenen Mai die Uraufführung der der ihr
gewidmeten Kammeroper Journey to the South von Maria Vatenina. Regelmäßig singt sie
bei den Berliner Residenz Konzerten im Schloss Charlottenburg barocke Alt-Arien.

Ihre musikalische Vielseitigkeit drückt sich in einem Repertoire aus, das vom Barock bis
hin zu Musical und Elektro-Oper sowie Uraufführungen und Bearbeitungen
zeitgenössischer Komponisten wie Mayako Kubo, Nikolai Badinski, Aziza Sadikova und
Detlev Glanert, Aribert Reimann, Oscar Strasnoy, Nicola Sani, Girma Yifrashewa, Maria
Vatenina und Mark Scheibe reicht.

Uraufführungen mit ihr konnte man u.a. an der Staatsoper Berlin, in der Neuköllner Oper
Berlin, beim Berliner Opernpreis, der Zeitgenössischen Oper Berlin, im Schauspielhaus
Wien, beim Steirischen Herbst und mit dem Puppentheater Helmi am Schauspiel
Hannover erleben.
Mit Christoph Schlingensiefs Fluxus-Oratorium Eine Kirche der Angst vor dem Fremden
in mir war sie bei der Ruhrtriennale 2008 und dann 2009 beim Berliner Theatertreffen zu
hören. Im Rahmen der Schillertage 2009 sang sie in Der Mensch ist nur da ganz Mensch,
wo er singt von René Pollesch und Carl Hegemann am Nationaltheater Mannheim. Ihr
Engagement als Solistin in der Readymade-Oper Mea Culpa von Christoph Schlingensief,
einer Produktion des Wiener Burgtheaters, führte sie an die Bayerische Staatsoper, ans
Hamburger Schauspielhaus und im Rahmen des Holland Festivals an die Nederlandse
Oper Amsterdam. Mit Via Intolleranza II, der letzten Musiktheaterproduktion von
Christoph Schlingensief, war sie 2011 beim Berliner Theatertreffen, beim Holland Festival
Amsterdam, dem Helsinki Festival im Finnischen Nationaltheater und dem Festival Politik
im freien Theater am Staatsschauspiel Dresden zu hören.

Im Sommer 2011 debütierte Friederike Harmsen bei den Salzburger Festspielen mit
Goethes Faust 1&2, inszeniert von Nicolas Stemann, das am Thalia Theater Hamburg
gespielt, zum Theatertreffen 2012 eingeladen war und von „theater heute“ zur
Inszenierung des Jahres gewählt wurde.

An der Staatsoper Berlin (Werkstattbühne) sang und spielte sie in César Cuis Gestiefeltem
Kater die Titelrolle. Seitdem war sie in Schostakowitschs Operette Moskau
Tscherjomuschki als Wawa, auch als Gast am Staatstheater Braunschweig (2018), und
regelmäßig beim Festival INFEKTION! an der Staatsoper im Schiller Theater zu hören,
darunter mit John Cages Songbooks (2012) und in Stockhausens Musiktheater Originale,
in der Operette Geschichte von Oscar Strasnoy, der Spoliansky-Revue Es liegt in der Luft
(2015) und Falcone (2017) von Nicola Sani.

Neben ihren Auftritten ist Friederike Harmsen regelmäßig beim Chor der Zwölf-Apostel-
Gemeinde und in Alt-Schöneberg als Stimmbildnerin tätig und erteilt privat
Gesangsunterricht.

Friederike Harmsen Mezzosopran / Alt
Foto Michael Bogar